Angst / Jonathan Lehmann

Nachdem er seinen Beruf als Rechtsanwalt in New York an den Nagel hängte, gründete Jonathan Lehmann 2015 die Facebook-Seite „Les Antisèches du Bonheur“ über die er geleitete Meditationen sowie seine Gedanken über den Geist verbreitet. In den letzten Jahren folgte ich ihm dann und wann, hauptsächlich über seinen YouTube Channel.

Als ich nun begann mich für die Bedürfnisse der Erstellung dieser Webseite für das Bloggen zu interessieren, entdeckte ich, dass er vor ca. einem Jahr ein autobiografisches Buch veröffentlicht hat: „Tagebuch eines Touristen des Glücks“ (Titel frei übersetzt). Von der Beschreibung angezogen, bestellte ich es mir sogleich. Ich wollte zur Abwechslung mal eine leichte Lektüre, und tatsächlich ist die Berichterstattung seiner Indienreise von Humor und Selbstironie gespickt und dementsprechend unterhaltsam. Gleichzeitig sät er in regelmässigen Abständen seine Wissensperlen.

So kommt auch der Abschnitt, in dem er sich mit dem Thema Angst befasst, genau der Schwerpunkt meiner momentanen Überlegungen. Ich möchte hier die Hauptbotschaft festhalten. Die ursprüngliche Lehre stammt von Krishnamurti, genauer gesagt aus seinem Buch „Free from the Known“. So seine Aussage, und hier zitiere ich frei Jonathan Lehmann:

Wir haben alle Angst vor etwas, und nicht nur vor einer Sache. Angst ist Teil der menschlichen Erfahrung und wir können nichts dagegen tun. Unser Hauptfehler, so Krishnamurti, besteht darin, dass wir uns selbst erschöpfen in dem Bemühen, jede unserer Ängste separat zu behandeln. Wenn wir uns um jede unserer Ängste aufregen, verschwenden wir Zeit und Energie. Indem wir die Angst in viele verschiedene Formen der Angst aufteilen, verschwenden wir unser Leben. Wann immer uns eine Angst heimsucht, sollten wir uns daran erinnern, dass es sich um ein natürliches Phänomen handelt. Beobachten, spüren, aber ohne zwanghaft zu reagieren. Kurzum, lernen damit zu leben.

Was tun?

  • Bei akuter Angst, den Geist beobachten, der von dieser oder jener Angst spinnt.
  • Einen Schritt zurückgehen und sich sagen: „Es ist nur meine allgemeine Angst, die eine neue Variante an den Tag legt“.
  • Tief einatmen und sich daran erinnern, dass man die Angst nicht mit Vernunft loswird.
  • Die Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken, um die Angst nicht weiter zu nähren (Energie fliesst dahin, wo wir unsere Aufmerksamkeit hin richten).

Genau das habe ich bisher noch nicht versucht: ich habe immer gekämpft und bin die Angst angegangen, anstatt sie als einen legitimen Teil von mir anzunehmen. Lass sie doch leben, ohne ständig zu versuchen, das Problem des Augenblicks zu lösen! Denn für die Angst, jemanden oder etwas zu verlieren, oder für das akute Mangelgefühl, gibt es keine rationale Lösung. In einigen sehr konkreten Situationen braucht die Angst eine präzise und sofortige Reaktion (oder eine Handlung, die uns ausser Gefahr bringt). Diffuse Angst jedoch möchte nur Liebe erfahren und hören, dass alles gut wird, quasi eine Rückkehr zum Urvertrauen in das Leben …

Und so schließt sich auf magische Weise der Kreis und ich bin wieder bei meinem Lieblingszitat „Surrender, let go & trust„.

Let’s be soft and fearless !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.